Thrombose

Wenn wir über die Gesundheit unseres Kreislaufsystems nachdenken, konzentrieren wir uns oft auf Herzkrankheiten und Bluthochdruck. Erkrankungen, die in der öffentlichen Wahrnehmung fest verankert sind. Es gibt jedoch einen stillen und oft übersehenen Faktor, der sowohl die Qualität den täglichen Lebens beeinträchtigen als auch zu lebensbedrohlichen Situationen führen kann: die Thrombose.

Inhaltsverzeichnis

Das Thromboserisiko steigt bei Menschen über 60 Jahren exponentiell an. Hinzu kommen hormonelle Veränderungen, die das Risiko zusätzlich erhöhen. Konkret: Zwischen dem 20. und 35. Lebensjahr erkrankt nur einer von 10’000 Menschen pro Jahr an einer Thrombose. Bei den über 50-Jährigen ist es bereits jede*r Tausendste und bei den über 75-Jährigen schon jede*r Hundertste.

In diesem Artikel erläutern wir, was genau eine Thrombose ist, warum sie entsteht und wie sie wirksam behandelt wird. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf älteren Menschen, die aufgrund verschiedener Faktoren ein erhöhtes Thromboserisiko haben.

Thrombose-Definition: Was ist Thrombose?

Thrombose (griechisch „thrombus“ für Pfropf oder Klumpen) ist eine Störung des Blutflusses, die durch die Bildung eines Blutgerinnsels verursacht wird. Dieses Gerinnsel kann den Blutfluss in den Gefässen teilweise oder vollständig blockieren, was wiederum die Durchblutung ernsthaft beeinträchtigt. Schmerzen und Schwellungen sind häufig die Folge.

Je nach Ort des Gerinnsels kann es auch zu schwerwiegenderen gesundheitlichen Problemen kommen. Solche Blutgerinnsel können sich prinzipiell überall im Kreislaufsystem bilden, am häufigsten treten sie jedoch in den Beinvenen auf.

Welche Arten von Thrombose gibt es?

arten thrombose

Thrombosen werden nach der Lokalisation des Blutgerinnsels und dem betroffenen Gefässsystem klassifiziert. Die wichtigsten Thrombosetypen unterscheiden sich primär durch den Ort ihrer Entstehung und den daraus resultierenden Gesundheitsrisiken.

Venenthrombose

Die Venen transportieren das sauerstoffarme Blut aus den Organen und der Muskulatur zum Herzen zurück. Bildet sich in einer dieser Venen ein Blutgerinnsel, spricht man von einer Venenthrombose. Sie führt mitunter zu Schwellungen, Schmerzen und einer bläulichen Verfärbung der Haut, ist aber an sich nicht lebensbedrohlich. Manchmal besteht jedoch die Gefahr, dass sich daraus eine gefährlichere tiefe Beinvenenthrombose entwickelt, die das Risiko einer Lungenembolie birgt.  

Zu den häufigsten Formen der Venenthrombose gehören …

  • Tiefe Venenthrombose (TVT oder Phlebothrombose): Sie tritt typischerweise in den tiefen Beinvenen und kann zu schweren Komplikationen führen, wenn sich ein Blutgerinnsel löst und in die Lunge gelangt.
  • Oberflächliche Venenthrombose (Thrombophlebitis): Häufig in oberflächlichen Venen, oft in den Beinen zu finden. Sie ist weniger schwerwiegend als die tiefe Beinvenenthrombose, kann aber Schmerzen und Beschwerden verursachen.
  • Pfortaderthrombose: Entsteht in der Pfortader der Leber und kann zu Leberproblemen führen.
  • Mesenterialvenenthrombose: Befällt die Venen, die das Darmgewebe versorgen, und kann zu Darminfarkten führen.
  • Zerebrale Venen- und Sinusthrombose (CVST): Tritt in den Venen des Gehirns auf und erhöht das Schlaganfallrisiko.

Arterielle Thrombose

Eine arterielle Thrombose bildet sich in den Arterien, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu den Organen befördern. Eine Verstopfung dieser Arterien kann zu schwerwiegenden Problemen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall führen, da die Sauerstoffversorgung der Organe beeinträchtigt wird.

Zu den häufigen Ausprägungsformen der partiellen Thrombose zählen …

  • Koronarthrombose: Entsteht in den Herzkranzgefässen und ist eine häufige Ursache für Herzinfarkte.
  • Zerebrale Thrombose: Bildet sich in den Arterien des Gehirns und kann zu Schlaganfälle zur Folge haben.
  • Periphere arterielle Thrombose: Betroffen sind die Arterien der Gliedmassen, insbesondere der Beine. Sie kann zu schweren Durchblutungsstörungen führen.

Die Ursachen von Thrombosen

ursache thrombose

en:User:Persian Poet Gal, Blood clot diagram, CC BY-SA 3.0

 

Thrombosen entstehen nicht ohne Grund. Verschiedene Faktoren und Bedingungen erhöhen das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln. Die folgenden Ursachen sind hierzulande weitverbreitet.

Verlangsamter Blutfluss

Ein verminderter Blutfluss begünstigt die Bildung von Blutgerinnseln. Typische Situationen, die zu einer Verlangsamung des Blutflusses führen, sind lange Phasen der Bewegungslosigkeit, wie sie z. B. bei langen Flügen oder Bettruhe auftreten.

Verletzungen der Gefässwände

Auch Verletzungen oder Schäden an den Gefässwänden fördern die Bildung von Gerinnseln. Solche Verletzungen können durch chirurgische Eingriffe, Unfälle oder bestimmte medizinische Bedingungen verursacht werden.

Veränderte Zusammensetzung des Blutes

Bestimmte Bedingungen verändern die Zusammensetzung des Blutes so, dass sich vermehrt Gerinnsel entwickeln. Dazu gehören genetische Faktoren, Medikamente wie Hormonpräparate, Schwangerschaft und bestimmte Krebserkrankungen.

Zusätzliche Risikofaktoren

  • Alter: Das Thromboserisiko steigt mit zunehmendem Alter, insbesondere ab einem Alter von 50 Jahren.
  • Rauchen: Rauchen verstärkt die Gerinnungsneigung des Blutes und beeinträchtigt die Gesundheit der Blutgefässe.
  • Übergewicht: Adipositas erhöht den Druck auf die Beinvenen und behindert den Blutstrom.
  • Bewegungsmangel: Eine sitzende Lebensweise kann den Blutfluss erheblich verlangsamen.
  • Vorerkrankungen: Bestimmte Erkrankungen wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch vererbte Gerinnungsstörungen erhöhen das Erkrankungsrisiko.

Arterielle Thrombose und venöse Thrombose im Überblick

 

Arterielle Thrombose

Venöse Thrombose

Wo tritt sie auf?

In den Arterien, die sauerstoffreiches Blut vom Herzen zu verschiedenen Teilen des Körpers transportieren.

In den Venen, die sauerstoffarmes Blut vom Körper zurück zum Herzen führen.

Mögliche Ursachen

Atherosklerose (Verhärtung der Arterien), Plaquebildung, die zu einer Verengung führt, hoher Blutdruck, Rauchen, Diabetes, hoher Cholesterinspiegel

Längere Immobilität (z. B. nach Operationen oder auf Langstreckenflügen), vererbte Blutgerinnungsstörungen, Schwangerschaft, Rauchen, Übergewicht, Krebs

 Häufige Symptome

Plötzliche Schmerzen, Schwäche in den betroffenen Körperteilen, Blässe und Kälte in den Gliedmassen, Verlust der Funktionen der Gliedmassen

Schwellung und Schmerzen im betroffenen Bein oder Arm, erhöhte Wärme im betroffenen Bereich, Rötung oder bläuliche Verfärbung, erweiterte oberflächliche Venen in der Nähe

Thrombose erkennen und Anzeichen richtig deuten: Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

thrombose erkennen

Thrombosen können lebensbedrohliche Zustände wie Lungenembolien verursachen, daher ist es wichtig, bei Verdacht schnell zu handeln. Obwohl die Symptome je nach Lage und Art variieren, gibt es einige allgemeine Anzeichen, die mitunter auf eine Thrombose hinweisen.  Ein grundlegendes Verständnis dieser Symptome hilft, rechtzeitig ärztlichen Rat zu suchen und schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Die 7 häufigsten Symptome

  1. Schmerzen: Die betroffene Region ist besonders schmerzempfindlich, die Beschwerden fühlen sich oft ziehend oder krampfartig an. Vergleichbar mit einem Muskelkater.
  2. Verstärkung auf Druck: Schmerzen werden stärker, sobald, Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt wird. Bei einer Thrombose im Bein tritt dies besonders häufig an der Innenseite der Fusssohle oder entlang der betroffenen Vene im Ober- oder Unterschenkel auf.
  3. Hautveränderungen: Die Haut über der betroffenen Stelle ist rötlich oder bläulich verfärbt. Dies ist auf die Entzündungsreaktion im Gewebe zurückzuführen. Zudem treten oftmals Venen stärker hervor.
  4. Schwellungen: Dies ist ein häufiges Anzeichen, besonders bei einer Thrombose in einem Bein oder Arm.
  5. Erwärmungen: Die Haut über dem betroffenen Bereich fühlt sich wärmer an als die umgebende Haut.
  6. Krampfadern: Durch eine tiefe Beinvenenthrombose können Krampfadern entstehen oder sich verschlimmern. Diese geschwollenen und verdrehten Venen sind für Betroffene oft schmerzhaft.
  7. Atembeschwerden, Herzrasen und Schwindel: Wenn ein Blutgerinnsel in die Lungenarterien geschwemmt wird (Lungenembolie), kommt es zu Atemnot, Brustschmerzen und Husten. Manchmal tritt auch Herzrasen, Schwindelanfällen oder gar Ohnmacht auf. Dies ist ein medizinischer Notfall und erfordert sofortige ärztliche Hilfe.

 

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome bemerken, zögern Sie nicht, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um das Risiko schwerwiegender Gesundheitsprobleme zu minimieren.

Präventive Arztbesuche

Neben den genannten Symptomen spielen auch vorbeugende Massnahmen eine wichtige Rolle im Umgang mit Thrombosen. Personen mit einem erhöhten Risiko – z. B. aufgrund von Vorerkrankungen, familiärer Belastung oder Lebensstilfaktoren – sollten sich regelmässig ärztlich beraten lassen, um gemeinsam individuelle Präventionsstrategien zu entwickeln.

Auf der Grundlage der persönlichen Risikoabschätzung kann der Arzt gezielte Empfehlungen für Lebensstiländerungen geben, die dazu beitragen, das Thromboserisiko zu senken. Dazu zählen eine gesunde Ernährung, regelmässige körperliche Aktivität und gegebenenfalls die Einleitung einer Gewichtsreduktion. Auch das Management von Erkrankungen, die das Thromboserisiko erhöhen (wie Diabetes mellitus oder Bluthochdruck), ist ein wichtiger Bestandteil der Präventionsstrategie.

Diagnoseverfahren für Thrombose

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Medizinische Fachpersonen setzen verschiedene Verfahren ein, um das Vorliegen einer Thrombose festzustellen. Die Diagnose erfordert in der Regel eine Kombination aus medizinischer Anamnese, körperlicher Untersuchung und spezifischen Tests.

Ultraschall­untersuchung

Ultraschalluntersuchung, insbesondere Doppler- und Duplex-Sonographie, ist die am häufigsten angewandte Methode zur Diagnose einer tiefen Venenthrombose. Diese Technik ermöglicht es, den Blutfluss in den Venen sichtbar zu machen und eventuelle Blockaden zu erkennen. Der Vorteil der Ultraschalluntersuchung liegt darin, dass sie nicht invasiv ist und schnelle Ergebnisse liefert.

D-Dimer-Test

Der D-Dimer-Test ist ein Bluttest, der das Vorhandensein von Fibrin-Spaltprodukten nachweist, die bei der Auflösung von Blutgerinnseln entstehen. Ein erhöhter D-Dimer-Wert kann ein Hinweis auf eine Thrombose sein, allerdings ist der Test nicht spezifisch genug, um allein auf dieser Basis eine Thrombose zu diagnostizieren. Er wird häufig in Kombination mit anderen Bestimmungsverfahren eingesetzt, um die Diagnose zu unterstützen.

Computertomographie (CT) und Magnetresonanztomographie (MRT)

Für die Diagnose von Thrombosen in schwer zugänglichen Körperregionen wie dem Gehirn (Sinusvenenthrombose) oder den Bauchgefässen können bildgebende Verfahren wie die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt werden. Diese Verfahren liefern detaillierte Bilder der Blutgefässe. Sie helfen, Thrombosen und ihre Auswirkungen auf das umliegende Gewebe zu erkennen.

Venographie

Die Venographie ist ein spezielles Verfahren, bei dem ein Kontrastmittel in die Venen gespritzt wird, um sie auf Röntgenbildern sichtbar zu machen. Obwohl diese Methode sehr genau ist, wird sie aufgrund ihrer Invasivität und der Verfügbarkeit weniger invasiver Alternativen seltener eingesetzt.

Weiterführende Untersuchungen

Je nach Lokalisation der Thrombose und den begleitenden Symptomen können zusätzliche Spezialuntersuchungen notwendig sein, um die Diagnose endgültig zu sichern oder mögliche Komplikationen wie eine Lungenembolie auszuschliessen.

Behandlungsmöglichkeiten: Was tun bei einer Thrombose?

behandlungsmoeglichkeiten

Nach der Diagnose ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend, um Komplikationen zu vermeiden und den Heilungsprozess zu unterstützen. Die Behandlung richtet sich nach der Art der Thrombose, ihrer Lokalisation, den Symptomen sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand des Betroffenen.

Medikamentöse Behandlung

 

  • Antikoagulantien: Diese oft auch als Blutverdünner bezeichneten Medikamente setzen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes herab und helfen, bestehende Gerinnsel aufzulösen und die Bildung neuer zu verhindern. Beispiele hierfür sind Warfarin, Heparin und neuere orale Gerinnungshemmer wie Rivaroxaban.
  • Thrombolytika: In schweren Fällen oder bei akuter Gefahr für lebenswichtige Organe können Medikamente eingesetzt werden, die Blutgerinnsel aktiv auflösen. Diese Behandlung erfolgt unter strenger Überwachung, da sie das Blutungsrisiko erhöhen.

Kompressions­strümpfe

Kompressionsstrümpfe unterstützen den Rückfluss des Blutes aus den Beinvenen zum Herzen. Sie helfen, Schwellungen zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und das Risiko einer erneuten Thrombose zu minimieren.

Veränderungen in der Lebensweise

  • Mehr Aktivität: Regelmässige, leichte Bewegungsübungen fördern die Durchblutung und können einer Thrombose vorbeugen. Besonders wichtig ist Bewegung nach Operationen oder bei längerer Bettlägerigkeit.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt die allgemeine Gesundheit und hilft, Risikofaktoren wie Übergewicht zu minimieren.
  • Rauchstopp: Rauchen erhöht das Risiko für Thrombosen und deren Komplikationen. Mit dem Rauchen aufzuhören, kann darum enorm wichtig sein.

Operative Verfahren

Wenn das Risiko einer Lungenembolie besteht, ist unter Umständen ein chirurgischer Eingriff notwendig. Dabei kann das Gerinnsel entfernt oder ein Filter in die grosse Bauchvene (Vena cava) eingesetzt werden. Dies verhindert, dass Gerinnsel in die Lunge gelangen. Solche Eingriffe sind jedoch eher selten.

Nachsorge und Überwachung

Um den Erfolg der Behandlung zu beurteilen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen, sind regelmässige Nachuntersuchungen wichtig. Dazu gehören Bluttests, Ultraschalluntersuchungen und Gespräche über die Medikation.

Thrombose bei älteren Menschen

thrombose bei aelteren menschen

Senior*innen sind besonders anfällig für Thrombosen, teils aufgrund natürlicher Alterungsprozesse und teils wegen der höheren Wahrscheinlichkeit, an Bedingungen zu leiden, die das Thromboserisiko erhöhen. Das Verständnis und die Beachtung dieser Risiken tragen dazu bei, wirksame Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln.

Thrombose vorbeugen: Achten Sie bei Senior*innen auf diese spezielle Risikofaktoren

  • Das Risiko für Thrombosen steigt mit dem Alter an. Gründe hierfür umfassen:
  • Eingeschränkte Mobilität und längere Liegezeiten
  • Chronische Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Krebs
  • Höhere Neigung zu Krankenhausaufenthalten und chirurgischen Eingriffen
  • Erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes im Alter

Auswirkungen

Die Folgen einer Thrombose sind weitreichend und in ihrer Vielfalt nicht zu unterschätzen. Sie beeinträchtigen einerseits die unmittelbare körperliche Gesundheit der Betroffenen, können andererseits aber auch tiefgreifende und langfristige Auswirkungen auf das allgemeine Wohlbefinden, die Lebensqualität und die psychische Gesundheit haben.

Psychologische Belastungen

Die Diagnose und Behandlung einer Thrombose kann für ältere Menschen sowohl körperlich als auch psychisch belastend sein. Die Erkrankung und ihre möglichen Komplikationen lösen Angst und Unsicherheit aus, was wiederum die allgemeine Lebensqualität und das Wohlbefinden negativ beeinflusst.

Stress

Die Sorge um die eigene Gesundheit und die Angst vor möglichen Komplikationen wie einer Lungenembolie führen in vielen Fällen zu erhöhtem Stress und Angstzuständen führen. Diese emotionalen Reaktionen verzögern die Genesung und führen oft zu weiteren gesundheitlichen Problemen.

Vereinsamung

Körperliche Einschränkungen sowie die Angst vor weiteren gesundheitlichen Problemen können dazu führen, dass sich Betroffene von sozialen Aktivitäten zurückziehen. Die Folge sind soziale Isolation und Einsamkeit, die wiederum das Risiko für schwerwiegende Probleme erhöhen.

Schwere Depression

Langfristige gesundheitliche Probleme und die damit verbundenen Einschränkungen führen bei älteren Menschen häufig zu einem Gefühl der Hilflosigkeit. Die Anpassung an eine veränderte Lebenssituation mit möglicherweise dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen stellt eine Herausforderung dar.

Thromboseprophylaxe: präventive Massnahmen und Tipps speziell für Senior*innen

Da Senior*innen von Thrombose und deren Folgen besonders betroffen sind, sollte die Prävention ein fixer Bestandteil des Alltags sein.

Regelmässige Bewegung

  • Angemessene körperliche Aktivität: Leichte bis mässige Bewegung fördert die Durchblutung und vermindert das Thromboserisiko. Spaziergänge, Wassergymnastik und leichte Gymnastik eignen sich gut dafür.
  • Bewegungspausen: Bei längerem Sitzen oder Liegen regelmässig kurze Bewegungspausen einlegen, um den Blutfluss anzuregen.

Ernährungs­umstellung

  • Ausgewogene Kost: Eine Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten fördert die allgemeine Gesundheit und trägt zur Gewichtskontrolle bei.
  • Flüssigkeitszufuhr: Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um das Blut dünnflüssig zu halten. Dies fördert die Durchblutung.

Medizinische Überwachung

  • Regelmässige ärztliche Untersuchungen: Dies ist insbesondere wichtig, wenn Medikamente eingenommen werden, die das Thromboserisiko beeinflussen.
  • Kompressionsstrümpfe: Falls vom Arzt empfohlen, können Kompressionsstrümpfe den Blutfluss in den Beinen verbessern und das Risiko einer tiefen Venenthrombose verringern.

Bewusstsein und Bildung

  • Sensibilisierung für das Thema: Ein gutes Verständnis der Risikofaktoren und der Anzeichen einer Thrombose ermöglicht es älteren Menschen und ihren Betreuern, frühzeitig zu handeln.
  • Vorsicht auf Reisen: Bei längeren Reisen sind Massnahmen zu ergreifen, um die körperliche Aktivität zu maximieren und die Flüssigkeitszufuhr zu gewährleisten.

Wie Angehörige und betreuende Personen konkret bei der Prävention unterstützen können

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Familienmitglieder und Betreuer*innen spielen eine entscheidende Rolle in der Thromboseprophylaxe bei älteren Menschen. Durch Unterstützung im Alltag, Förderung eines gesunden Lebensstils und aufmerksame Beobachtung tragen sie dazu bei, das Thromboserisiko zu minimieren.

Förderung der Mobilität und körperlichen Aktivität

Gehen Sie gemeinsam spazieren und machen Sie leichte Übungen, um den Kreislauf und die Blutzirkulation in Schwung zu bringen. Diese Aktivitäten stärken nicht nur die körperliche und geistige Gesundheit, sondern auch den Zusammenhalt. Motivieren Sie zu regelmässigen Bewegungspausen. Insbesondere, wenn längere Phasen der Bewegungslosigkeit drohen. Kleine Erinnerungen können viel bewirken.

Unterstützung bei der medizinischen Versorgung

Helfen Sie der betroffenen Person, den Überblick zu behalten. Achten Sie darauf, dass Blutverdünner und andere wichtige Medikamente vorschriftsmässig eingenommen werden. Begleiten Sie die Betroffene oder den Betroffenen zu Arztterminen, um sicherzustellen, dass gesundheitliche Probleme offen angesprochen und vorbeugende Massnahmen getroffen werden.

Ernährung und Flüssigkeitszufuhr

Bereiten Sie ausgewogene Mahlzeiten mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten zu, um eine nährstoffreiche Ernährung zu gewährleisten. Erinnern Sie die Betroffene oder den Betroffenen immer wieder daran, Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Dadurch fördern Sie eine gute Hydratation.

Sensibilisierung und Aufklärung

Teilen Sie Informationen über Risikofaktoren und Symptome, um ein gemeinsames Verständnis und Bewusstsein zu schaffen. Achten Sie auf Anzeichen einer Thrombose und ergreifen Sie bei Verdacht sofort entsprechende Massnahmen.

Psychosoziale Unterstützung

Bieten Sie emotionale Unterstützung an: hören Sie zu, machen Sie Mut und helfen Sie, mit den Sorgen und Ängsten umzugehen, die mit einer Thrombose und dem allgemeinen Gesundheitszustand einhergehen. Fördern Sie soziale Kontakte durch Unterstützung bei der Aufrechterhaltung sozialer Beziehungen und Aktivitäten, um einer Vereinsamung vorzubeugen.

Fazit

Thrombosen stellen eine Herausforderung dar, die unsere volle Aufmerksamkeit und ein koordiniertes Vorgehen erfordert. Vor allem, wenn es um ältere Menschen geht. Die Prävention spielt dabei eine zentrale Rolle. Angehörige und Betreuende sind dabei unverzichtbar.

Ihre Unterstützung, ihr Engagement und ihre Fürsorge können entscheidend sein: Sie helfen nicht nur bei der Umsetzung präventiver Massnahmen, sondern sind auch entscheidend für die Früherkennung und den Umgang mit der Krankheit.

Ergänzende Lektüren:

Was ist eine Thromboseneigung? | Gesundheitsportal

Venengymnastik: 10 Übungen gegen Gefässerkrankungen

 

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