Prostata

Kein Mann spricht gerne darüber: die Prostata. Ein kleines, aber bedeutendes Organ im männlichen Fortpflanzungssystem, dessen Rolle oft unterschätzt wird – bis Probleme auftreten.

In diesem Artikel werden wir die anatomischen Grundlagen, die Funktionen der Prostata sowie die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten der drei häufigsten Prostataerkrankungen – der Prostataentzündung (Prostatitis), der benignen Prostatahyperplasie (BPH) und des Prostatakarzinoms (Prostatakrebs) – beleuchten.

Inhaltsverzeichnis

Außerdem werden wir uns ansehen, wie Angehörige und Betreuungspersonal in der Seniorenbetreuung mit dem Thema Prostata selbstbewusst umgehen und Betroffene unterstützen können.

Wir möchten Sie nicht nur umfassend informieren, sondern Ihnen auch praktische Tipps an die Hand geben, wie Sie Ihre Prostatagesundheit erhalten und fördern können.

Was ist die Prostata?

Die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt) ist eine 20 – 30 Gramm schwere Drüse im männlichen Fortpflanzungssystem, die etwa die Grösse und Form einer Walnuss hat und sich direkt unterhalb der Harnblase um den Anfangsteil der Harnröhre herum befindet.

Anatomie der Vorsteherdrüse

anatomie vorsteherdruese

Bildquelle: Cancer Research UK, Diagram showing the position of the prostate and rectum CRUK 358, CC BY-SA 4.0

Funktion und Bedeutung der Prostata für die Männergesundheit

Die Prostata zählt zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Ihre Hauptaufgabe besteht in der Produktion eines wesentlichen Anteils der Samenflüssigkeit, die die Spermien bei einem Samenerguss transportiert und ernährt. Dieses Sekret ist für die Mobilität der Spermien und somit für die Fruchtbarkeit des Mannes von entscheidender Bedeutung.

Die Prostata ist auch an der Regulierung des männlichen Hormonhaushalts, insbesondere des Testosteronspiegels, beteiligt. Ihre Funktion und Gesundheit sind daher von zentraler Bedeutung für das sexuelle Wohlbefinden und die reproduktive Fähigkeit des Mannes.

Prostataprobleme frühzeitig erkennen: der PSA-Test

Der PSA-Test ist ein Bluttest, der zur Bestimmung des PSA-Wertes verwendet wird. Er ist somit ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung von Prostataerkrankungen. PSA steht für Prostata-spezifisches Antigen, ein Protein, das ausschliesslich von Prostatagewebe produziert wird. Ein erhöhter PSA-Wert kann ein Hinweis auf eine Prostataerkrankung sein.

Die Normwerte für den PSA-Wert variieren je nach Alter:

AlterPSA-Normwert (ng/ml)
40–49 Jahre<2,5
50–59 Jahre<3,0
60–69 Jahre<4,0
70–79 Jahre<5,0

 

Welche Gründe kann ein erhöhter PSA-Wert noch haben?

Ein erhöhter PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) im Blut kann bei Männern zunächst Besorgnis erregen, da er oft mit einer Krebserkrankung der Prostata in Verbindung gebracht wird. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass es verschiedene andere Gründe dafür gibt. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Benigne Prostatahyperplasie (BPH): Eine gutartige Vergrösserung der Prostata kann den PSA-Wert erhöhen. Dies ist auf das grössere Volumen an Prostatagewebe zurückzuführen, das mehr PSA produziert.
  • Prostatitis: Eine Entzündung oder Infektion der Prostata kann ebenfalls zu einem Anstieg des PSA-Werts führen. Prostatitis kann akut oder chronisch sein und verursacht oft Symptome wie Schmerzen, Fieber und Schwierigkeiten beim Urinieren.
  • Aktuelle medizinische Eingriffe: Bestimmte medizinische Verfahren, die die Prostata betreffen, wie eine Biopsie, eine transurethrale Resektion der Prostata (TURP) oder sogar eine digitale rektale Untersuchung (DRU), können vorübergehend zu einem Anstieg des PSA-Werts führen.
  • Alter: Der PSA-Wert kann mit dem Alter natürlich ansteigen, selbst ohne eine spezifische Erkrankung der Prostata.
  • Ethnische Zugehörigkeit: Afroamerikanische Männer haben tendenziell höhere PSA-Werte als weisse Männer.
  • Familiengeschichte: Männer mit einem familiären Risiko für Prostatakrebs haben tendenziell höhere PSA-Werte.
  • Ejakulation: Eine kürzlich erfolgte Ejakulation (typischerweise innerhalb von 24 bis 48 Stunden vor dem Test) kann den PSA-Wert vorübergehend erhöhen. Deshalb wird Männern oft geraten, vor einem PSA-Test für einige Tage sexuelle Aktivitäten zu vermeiden.
  • Druck auf die Prostata: Aktivitäten, die einen direkten Druck auf die Prostata ausüben, wie Radfahren oder Reiten, können vorübergehend zu einem Anstieg des PSA-Werts führen.

Der PSA-Wert allein ermöglicht also noch keine endgültige Diagnose. Er ist jedoch ein nützlicher Indikator, der in Kombination mit anderen Untersuchungen, wie der digitalen rektalen Untersuchung (DRU) und gegebenenfalls einer Biopsie, zur Diagnosestellung beitragen kann.

Welche Prostataerkrankungen gibt es?

Die Prostata kann von verschiedenen Erkrankungen betroffen sein, hier die drei häufigsten:

Prostataentzündung (Prostatitis)

Prostatitis bezeichnet eine Entzündung der Prostata, die bei Männern jeglichen Alters auftreten kann. Sie umfasst sowohl bakterielle als auch nicht bakterielle Formen und kann akut oder chronisch sein. Die Prostatitis ist oft schmerzhaft und störend, aber die meisten Formen sind gut behandelbar.

Häufige Symptome

  • Schmerzen im Beckenbereich, einschliesslich Schmerzen zwischen dem Skrotum und Anus oder Schmerzen beim Sitzen
  • Schmerzen beim Urinieren oder häufiger Harndrang, insbesondere nachts
  • Schwierigkeiten beim Starten des Wasserlassens oder ein schwacher Urinstrahl
  • Schmerzen oder Unbehagen während oder nach der Ejakulation
  • Bei einer bakteriellen Infektion können auch Fieber und Schüttelfrost

Behandlung

  • Bakterielle Prostatitis: Wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Die Dauer der Behandlung kann variieren, je nachdem, ob die Prostatitis akut oder chronisch ist.
  • Nicht-bakterielle Prostatitis: Die Behandlung kann komplexer sein und zielt darauf ab, die Symptome zu lindern. Dazu gehören Schmerzmittel, Muskelrelaxantien, physiotherapeutische Massnahmen und manchmal auch Medikamente, die den Urinfluss verbessern.

Prävention und Linderung von Beschwerden

  • Ausreichend trinken: Dies hilft, die Blase regelmässig zu spülen und Bakterien auszuschwemmen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Immunsystem und kann Entzündungen reduzieren.
  • Vermeidung von Blasenirritationen: Begrenzen Sie den Konsum von Koffein, Alkohol und scharfen Speisen, die die Blase reizen können.
  • Regelmässige Bewegung: Körperliche Aktivität fördert die allgemeine Gesundheit und kann speziell das Risiko einer chronischen Prostatitis verringern.
  • Stressmanagement: Stress kann die Symptome einer Prostatitis verschlimmern. Techniken zur Stressreduktion wie Yoga, Meditation oder regelmässige Bewegung können hilfreich sein.

 

Prostatavergrösserung (Benigne Prostatahyperplasie, BPH)

Benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH, bezeichnet eine gutartige Prostatavergrösserung (Benignes Prostatasyndrom), die vorwiegend bei Männern mittleren Alters und älter auftritt. Obwohl sie kein Krebs ist, kann die BPH dennoch zu unangenehmen und störenden Symptomen führen. Hier erfahren Sie mehr über die Symptome, Behandlungsmöglichkeiten sowie Präventions- und Linderungsmassnahmen bei BPH.

Häufige Symptome

  • Häufiger Harndrang, besonders nachts
  • Schwierigkeiten beim Beginnen des Wasserlassens
  • Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
  • Das Gefühl einer unvollständigen Blasenentleerung
  • Nachtröpfeln nach dem Wasserlassen

Behandlung

  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können helfen, die Symptome zu lindern oder das Wachstum der Prostata zu verlangsamen.
  • Minimal-invasive Therapien: Diverse Verfahren, die wenig eingreifend sind, können zur Reduzierung der Prostatagrösse beitragen.
  • Operative Eingriffe: Bei schweren Fällen oder wenn andere Behandlungen nicht wirksam sind, kann eine Operation notwendig sein, um überschüssiges Prostatagewebe zu entfernen.

Prävention und Linderung von Beschwerden

Obwohl man der BPH nicht immer vorbeugen kann, gibt es Massnahmen, die helfen können, Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern:

  • Regelmässige Bewegung: Körperliche Aktivität kann helfen, die Symptome zu mindern.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine gesunde Ernährung unterstützt das allgemeine Wohlbefinden und kann zur Prävention beitragen.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht kann die Symptome der BPH verschlimmern.
  • Vermeidung von Blasenreizstoffen: Koffein und Alkohol können Symptome verstärken und sollten in Massen konsumiert werden.
  • Beckenbodentraining: Kann bei der Kontrolle des Harndrangs hilfreich sein.

Sehen wir uns noch die unangenehmste Prostataerkrankung an: den Prostatakrebs.

 

Prostatakrebs (Prostatakarzinom)

Prostatakrebs, auch bekannt als Prostatakarzinom, ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern, besonders bei jenen über 50.

prostatakrebs

Quelle: Krebsliga Schweiz

Obwohl viele Fälle von Prostatakrebs langsam wachsen und möglicherweise keine sofortige Behandlung benötigen, gibt es auch aggressive Formen, die eine schnelle und gezielte Behandlung erfordern.

Symptome

  • Häufiges Urinieren, besonders nachts
  • Schwierigkeiten beim Starten des Wasserlassens oder ein schwacher oder unterbrochener Urinstrahl
  • Blut im Urin oder im Sperma
  • Schmerzen im Beckenbereich, im unteren Rückenbereich, in den Hüften oder in den Oberschenkeln
  • Erektionsprobleme

*Im frühen Stadium verspürt der Patient oft keine Symptome.

Behandlung

  • Aktive Überwachung oder Wartezeit mit Beobachtung für langsam wachsende Tumoren ohne Symptome
  • Operation (radikale Prostatektomie) zur Entfernung der Prostata
  • Strahlentherapie, um Krebszellen abzutöten oder ihr Wachstum zu verlangsamen
  • Hormontherapie, um das Wachstum von hormonabhängigem Prostatakrebs zu reduzieren
  • Chemotherapie, Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie für fortgeschrittene oder aggressive Krebsformen

Prävention und Linderung von Beschwerden

  • Regelmässige Bewegung: Körperliche Aktivität kann das Risiko für Prostatakrebs und andere Krankheiten senken.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung reich an Obst und Gemüse kann das Krebsrisiko reduzieren.
  • Gewichtskontrolle: Ein gesundes Körpergewicht aufrechtzuerhalten, kann das Risiko für Prostatakrebs verringern.
  • Regelmässige Vorsorgeuntersuchungen: Insbesondere Männer über 50 oder mit einem erhöhten Risiko sollten regelmässige Screenings in Betracht ziehen.

 

Wie hoch ist die Lebenserwartung mit Prostatakrebs?

Prostatakrebs ist eine Erkrankung, die sich oft schrittweise entwickelt. Die Lebenserwartung bei einer Diagnose von Prostatakrebs variiert erheblich und hängt von vielen Faktoren ab, darunter das Stadium des Krebses bei Diagnose, das Alter und die allgemeine Gesundheit des Patienten sowie die spezifischen Eigenschaften des Tumors.

Früh erkannter Prostatakrebs, der noch auf die Prostata beschränkt ist oder sich nur minimal darüber hinaus ausgebreitet hat, weist oft eine sehr gute Prognose auf. Viele Männer mit frühem Prostatakrebs leben noch viele Jahre nach ihrer Diagnose, und für viele ist Prostatakrebs nicht die unmittelbare Todesursache. Statistiken zeigen, dass die relative 5-Jahres-Überlebensrate für alle Männer mit Prostatakrebs in der Schweiz 91 % beträgt.

prostatakrebs 2

Quelle: Krebsliga Schweiz

Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs, der sich zu anderen Teilen des Körpers ausgebreitet hat (metastasierter Prostatakrebs), kann die Lebenserwartung geringer sein. Jedoch haben Fortschritte in der Behandlung, einschliesslich Hormontherapie, Chemotherapie, zielgerichteten Therapien und Immuntherapien, dazu beigetragen, das Überleben und die Lebensqualität auch für Männer mit fortgeschrittenem Prostatakrebs zu verbessern.

Leben mit einer Prostataerkrankung

Das Leben mit einer Prostataerkrankung kann Herausforderungen mit sich bringen, doch durch gezielte Anpassungen im Lebensstil und die Nutzung unterstützender Therapien lassen sich die Lebensqualität deutlich verbessern und Beschwerden lindern.

Anpassungen im Lebensstil und Ernährung

prostata ernaehrung

Eine gesunde Lebensweise und ausgewogene Ernährung spielen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung von Prostataerkrankungen. Hier einige Empfehlungen:

  • Ernährung: Integrieren Sie reichlich Obst und Gemüse in Ihre tägliche Ernährung, insbesondere solche, die reich an Antioxidantien sind. Tomaten, Brokkoli und Beeren sind beispielsweise hervorragende Wahlmöglichkeiten. Reduzieren Sie den Konsum von rotem Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht kann das Risiko für Prostataerkrankungen erhöhen. Regelmässige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung helfen, ein gesundes Körpergewicht zu halten.
  • Bewegung: Regelmässige körperliche Aktivität hilft bei der Gewichtskontrolle, fördert die Durchblutung und hilft beim Stressabbau.
  • Wasserlassen: Versuchen Sie, regelmässig die Blase vollständig zu entleeren und trinken Sie genug Wasser, um die Harnwege zu spülen. Vermeiden Sie jedoch Flüssigkeiten kurz vor dem Schlafengehen, um nächtlichen Harndrang zu minimieren.

 

Unterstützende Therapien und Rehabilitation

prostata therapien

Neben den Anpassungen im Lebensstil können unterstützende Therapien und Rehabilitationsmassnahmen eine grosse Hilfe sein:

  • Beckenbodentraining: Besonders nach einer Prostataoperation kann Beckenbodentraining helfen, die Kontrolle über die Blasenfunktion wiederzugewinnen.
  • Physiotherapie: Ein Physiotherapeut kann spezifische Übungen empfehlen, die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind, insbesondere wenn Sie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen haben.
  • Psychotherapie: Die Diagnose und Behandlung einer Prostataerkrankung kann emotional belastend sein. Gespräche mit einem Psychotherapeuten oder die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe können emotionalen Beistand bieten.
  • Komplementäre Therapien: Einige Männer finden Linderung durch Akupunktur, Meditation oder Yoga, die helfen können, Schmerzen zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu fördern.

Jeder Mensch ist einzigartig, und was für den einen hilfreich ist, muss nicht zwangsläufig auch für den anderen gelten. Es ist wichtig, mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin zusammenzuarbeiten, um einen individuellen Plan zu entwickeln, der auf Ihre spezifischen Bedürfnisse und Umstände abgestimmt ist.

Umgang mit Prostataerkrankungen in der Seniorenbetreuung

Prostataerkrankungen, einschliesslich Benigner Prostatahyperplasie (BPH), Prostatitis und Prostatakrebs, sind bei älteren Männern häufig und können erhebliche Auswirkungen auf ihre Lebensqualität haben. In der Betreuung von Senioren ist es daher entscheidend, ein Bewusstsein für diese potenziellen Gesundheitsprobleme zu haben und zu wissen, wie man damit umgeht.

 

Sensibilisierung des Betreuungspersonals

Das Betreuungspersonal sollte über die Symptome und Anzeichen von Prostataerkrankungen informiert sein, um frühzeitig Unterstützung anzubieten und eine ärztliche Bewertung zu fördern.

 

Förderung der offenen Kommunikation

Es ist wichtig, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich Betroffene dabei wohlfühlen, über ihre Symptome zu sprechen. Das Betreuungspersonal kann durch aktives Zuhören und Ermutigung dazu beitragen, dass die Senioren ihre Bedenken äussern und notwendige medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

 

Anpassungen im Alltag

Die Betreuungskräfte können unterstützen, indem sie Anpassungen im Alltag und in der Umgebung der betreuten Personen vornehmen. Dazu gehört zum Beispiel die Einrichtung eines leicht zugänglichen Badezimmers, um den nächtlichen Toilettengang zu erleichtern, oder die Bereitstellung von Hilfsmitteln wie Urinflaschen neben dem Bett.

 

Unterstützung bei der Medikamenteneinnahme

Wenn für die Behandlung von Prostataerkrankungen Medikamente verschrieben werden, kann das Betreuungspersonal dabei helfen, die Einnahme zu überwachen und sicherzustellen, dass die Medikamente wie vorgesehen verwendet werden.

 

Psychosoziale Unterstützung

Prostataerkrankungen können auch psychische und emotionale Auswirkungen haben. Das Betreuungspersonal sollte bereit sein, emotionale Unterstützung zu bieten und bei Bedarf auf professionelle psychologische Hilfe hinzuweisen.

 

Zusammenarbeit mit medizinischem Fachpersonal

Eine enge Zusammenarbeit mit Ärzten und medizinischem Fachpersonal ist für die optimale Betreuung von Senioren mit Prostataerkrankungen entscheidend. Die Betreuer*innen können dabei helfen, Termine zu koordinieren, Transport zu organisieren und wichtige Gesundheitsinformationen zwischen dem Betreuten und seinem Gesundheitsdienstleister zu übermitteln.

Tipps, die Angehörige und Betreuer*innen in der Seniorenbetreuung sofort umsetzen können

Unterstützen Sie bei der Ernährungsumstellung

  • Einkaufsplanung und Zubereitung von Mahlzeiten: Helfen Sie bei der Auswahl von Lebensmitteln, die reich an Antioxidantien sind, und integrieren Sie diese in die tägliche Ernährung. Dazu gehören Tomaten, Brokkoli und Beeren. Unterstützen Sie bei der Reduzierung des Konsums von rotem Fleisch und verarbeiteten Lebensmitteln.
  • Ernährungsbildung: Informieren Sie über die Vorteile einer gesunden Ernährung und wie diese speziell bei der Bewältigung von Prostataerkrankungen helfen kann.

 

Fördern Sie einen aktiven Lebensstil

  • Motivation zu regelmässiger Bewegung: Ermutigen Sie zu täglichen Spaziergängen, leichten Joggingrunden oder anderen Formen der körperlichen Aktivität, die die Durchblutung fördern und Stress reduzieren können.
  • Organisation von Bewegungsaktivitäten: Planen Sie gemeinsame Aktivitäten oder melden Sie die Person zu geeigneten Kursen oder Gruppen an, die auf ihre Interessen und Fähigkeiten abgestimmt sind.

 

Unterstützen Sie bei der Blasenkontrolle

  • Erinnerung an regelmässige Toilettenbesuche: Helfen Sie, eine Routine zu etablieren, bei der regelmässig die Blase entleert wird, um das Risiko von Unfällen zu minimieren.
  • Anpassung der Flüssigkeitsaufnahme: Beraten Sie, tagsüber ausreichend zu trinken und die Flüssigkeitsaufnahme vor dem Schlafengehen zu reduzieren, um nächtlichen Harndrang zu vermeiden.

 

Vermitteln und begleiten Sie zu unterstützenden Therapien

  • Organisation von Therapiesitzungen: Vereinbaren Sie Termine für Physiotherapie, Psychotherapie oder komplementäre Therapien und organisieren Sie gegebenenfalls den Transport.
  • Teilnahme an Selbsthilfegruppen: Ermutigen und begleiten Sie zu Treffen von Selbsthilfegruppen, um den Austausch mit anderen Betroffenen zu fördern.

 

Unterstützen Sie emotional

  • Aktives Zuhören: Bieten Sie ein offenes Ohr für Sorgen und Ängste und schaffen Sie eine Atmosphäre, in der sich die betreute Person verstanden und unterstützt fühlt.
  • Vermittlung professioneller Hilfe: Erkennen Sie Anzeichen von Depression oder starker emotionaler Belastung und vermitteln Sie gegebenenfalls professionelle psychologische Unterstützung.

 

Durch diese einfachen Massnahmen kann das Personal in der Seniorenbetreuung dazu beitragen, das Wohlbefinden der Senioren mit Prostataerkrankungen zu verbessern und deren Lebensqualität zu erhalten.

Fazit

Prostataerkrankungen gelten für viele Menschen immer noch als Tabuthema. Eine offene und sachkundige Diskussion ist jedoch notwendig. Wie Sie erfahren haben, spielt dabei das Verständnis der Prostatafunktionen sowie das Wissen über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Prostatabeschwerden eine wesentliche Rolle.

Die Sensibilisierung für das Thema, die Förderung der Gesundheitsvorsorge und der informierte Umgang mit Diagnose und Therapie sind entscheidend, um die Herausforderungen von Prostataerkrankungen erfolgreich zu meistern.

 

Ergänzende Lektüren:

Leben mit Prostatakrebs

Gutartige Prostatavergrößerung – das sollte Mann wissen!

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