Leben mit Demenz: ein Wegweiser zur Alltagsbewältigung für Betreuer und Angehörige

Alter Mann mit Brille und Demenz sitzt nachdenklich in einem Sessel.

Demenz ist ein Wort, das oft mit Unsicherheit und Sorge verbunden ist. Es handelt sich um ein Thema, das viele Menschen in unserer Gesellschaft betrifft, aber nur selten offen diskutiert wird. In diesem Artikel möchten wir Ihnen ein umfassendes Verständnis von Demenz vermitteln.

Was ist Demenz?

Wie erkenne ich sie?

Wie gehe ich als Angehöriger oder Betreuungsperson damit um?

Unser Ziel ist es, Licht in das Dunkel der Missverständnisse und Ängste zu bringen, die häufig mit Demenz einhergehen. Dieser Ratgeber soll allen, die direkt oder indirekt mit dem Thema konfrontiert sind, als Informationsquelle, Hilfestellung und Wegweiser dienen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Demenz?

Unter Demenz versteht man den krankheitsbedingten, erworbenen Verlust von Leistungen höherer Hirnfunktionen. Zu den beeinträchtigten kognitiven Fähigkeiten zählen Gedächtnis, Erkennen, Orientierung, Sprache, Lernen und Planen. Überdies kann Demenz emotionale und soziale Kompetenzen beeinflussen, wobei Persönlichkeitsveränderungen und Stimmungsschwankungen häufig sind.

Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort „demens“ für „unvernünftig“ ab und bedeutet „Nachlassen der geistigen Kräfte“.

Demenz ist streng genommen keine eigenständige Krankheit, sondern ein sogenanntes Syndrom aus dem Bereich der Hirnleistungsstörungen. So bezeichnen Mediziner eine Kombination bestimmter Symptome. Zum besseren Verständnis sprechen wir in diesem Ratgeber aber weiterhin von „Demenzerkrankungen“.

Das Symptombild der Demenz umfasst den Verlust kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten. Betroffen sind vorwiegend das Kurzzeitgedächtnis, das Denkvermögen, die Sprache sowie die Motorik; bei einigen Formen kommt es auch zu Veränderungen der Persönlichkeit. Charakteristisch für Demenz ist der Verlust von Denkfähigkeiten, die im Laufe des Lebens erworben wurden (im Gegensatz zu angeborener Minderbegabung). Die spezifischen Symptome und deren Ausprägungen sind abhängig von der jeweiligen Demenzform.

Primäre Demenz vs. sekundäre Demenz

Eine mögliche Unterscheidungsform ist in die sogenannte primäre und sekundäre Demenz.

Primäre DemenzSekundäre Demenz
Als primäre Demenz werden Fälle bezeichnet, bei denen die Demenz das Hauptmerkmal ist und nicht als Folge einer anderen Grunderkrankung oder Schädigung auftritt. Ein prominentes Beispiel für eine primäre neurodegenerative Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Sie ist eine eigenständige neurodegenerative Erkrankung, die zu Gedächtnisverlust und anderen kognitiven Beeinträchtigungen führt. Andere Formen der primären Demenz wie die Frontotemporale Demenz, die Lewy-Körper-Demenz und andere seltene neurodegenerative Erkrankungen fallen ebenfalls in diese Kategorie.Von sekundärer Demenz spricht man, wenn die Demenzsymptome als Folge anderer Krankheiten oder Verletzungen auftreten. In diesem Fall ist die Demenz ein Begleitsymptom einer anderen Gesundheitsstörung. Beispiele für sekundäre Demenzursachen sind Schlaganfälle, Gefässerkrankungen, Kopfverletzungen, Infektionen wie HIV/AIDS und bestimmte medizinische Zustände wie Schilddrüsenerkrankungen. Die Behandlung sekundärer Demenzen zielt darauf ab, die Grunderkrankung zu behandeln oder zu kontrollieren, um die Demenzsymptome zu lindern oder zu verhindern.

Info: In 90 % der Demenzfälle handelt es sich um eine primäre Demenz. Während bei einigen sekundären Demenzen durch geeignete Behandlung eine Rückbildung der Symptome möglich ist, sind die Folgen primärer Demenzen irreversibel.

Wie häufig kommt Demenz vor?

eine alte frau mit demenz sitzt in einem sessel und blickt ins leere.

Zurzeit gibt es in der Schweiz noch kein umfassendes Monitoringsystem für Demenzerkrankungen.  Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) baut jedoch ein Online-Indikatorenset auf, das fortlaufend und systematisch Daten zu ausgewählten Indikatoren der Demenzkrankheiten und der Versorgungssituation erhebt.

Die Realität von Demenz in der Schweiz: wichtige Zahlen und Fakten

  • Laut einer von Alzheimer Schweiz durchgeführten Studie leben heute rund 153’000 Menschen in der Schweiz mit Demenz. 2019 waren es noch 128’000 demenzkranke Menschen.
  • Jedes Jahr kommen 32’900 neue Fälle hinzu. Das bedeutet, dass alle 16 Minuten ein Mensch an Alzheimer oder einer anderen Form von Demenz erkrankt.
  • Gemäss Todesursachenstatistik starben im Jahr 2020 in der Schweiz 13’597 Personen mit einer registrierten Demenzkrankheit (Haupt- oder Nebendiagnose beim Tod). Dies entsprach einem Anteil von 17,8 % aller Todesfälle. Seit 2011 hat dieser Anteil nur leicht zugenommen. Der stärkere Anstieg zwischen den Jahren 2019 und 2020 ist primär auf Todesfälle im Kontext der COVID-19-Pandemie zurückzuführen. Während die Fälle mit der Hauptdiagnose Demenz nahezu unverändert bleiben, nehmen solche mit der Nebendiagnose Demenz stark zu.
  • 66 % der Demenzkranken sind Frauen, rund die Hälfte von ihnen hat keine fachärztliche Diagnose.
  • Etwa 5 % aller Betroffenen erkranken vor dem 65. Lebensjahr, das sind mehr als 7’800 Menschen.
  • Im Jahr 2017 verursachte Demenz volkswirtschaftliche Kosten von rund 11,8 Milliarden Schweizer Franken. Sie setzen sich aus direkten und indirekten Kosten zusammen.
  • Viele Fachleute gehen davon aus, dass aufgrund der demografischen Entwicklung die Zahl der Demenzerkrankungen in der Schweiz in den nächsten Jahrzehnten weiter zunehmen wird. Für das Jahr 2050 wird mit 315’400 Betroffenen gerechnet.

Häufige Demenzformen

Demenz umfasst verschiedene Formen, die sich in ihren Ursachen, Symptomen und Verläufen unterscheiden. Einige der häufigsten und bekanntesten Demenzen sind:

Alzheimer-Erkrankung

Die Alzheimer-Krankheit (Morbus Alzheimer) ist eine neurodegenerative Störung, die durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist. Die Krankheit wurde nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer benannt, der sie 1906 erstmals beschrieb. Es handelt sich hierbei die häufigste Form von Demenz. Sie ist durch einen fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses und anderer kognitiver Funktionen gekennzeichnet. Im Gehirn von Alzheimer-Demenz-Patienten finden sich charakteristische Ablagerungen, sogenannte Beta-Amyloid-Plaques, sowie Tau-Protein-Fibrillen. Unterschieden wird zwischen Alzheimer-Demenz Typ 1 (später Beginn, nach dem 65. Lebensjahr) und Typ 2 (früher Beginn, vor dem 65. Lebensjahr).

Vaskuläre Demenz

Vaskuläre Demenz entsteht durch Durchblutungsstörungen im Gehirn, z. B. durch einen Schlaganfall oder kleinere Durchblutungsstörungen. Diese Durchblutungsstörungen führen meist zu einer Reihe von Mini-Schlaganfällen, die einen fortschreitenden Abbau der kognitiven Fähigkeiten zur Folge haben. Eine Unterform der vaskulären Demenz ist die Multi-Infarkt-Demenz, bei der das Gehirn durch wiederholte kleine Schlaganfälle geschädigt wird.

Lewy-Körperchen-Demenz

Hier bilden sich im Gehirn abnorme Eiweissablagerungen, die sogenannten Lewy-Körperchen. Die Symptome ähneln denen der Alzheimer-Krankheit, zusätzlich treten Schlafstörungen, optische Halluzinationen und parkinsonähnliche Bewegungsstörungen auf.

Frontotemporale Demenz (FTD)

Diese Form, im Volksmund auch „Pick-Krankheit“ genannt, betrifft hauptsächlich den Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns. Sie ist häufig durch Veränderungen des Verhaltens, der Persönlichkeit und der Sprache gekennzeichnet, während das Gedächtnis zunächst weniger betroffen sein kann.

Gemischte Demenz

In manchen Fällen weist eine Person Eigenschaften von mehr als einer Demenzform auf, z. B. sowohl von der Alzheimer-Krankheit als auch von vaskulärer Demenz.

Was sind die Symptome bei Demenz?

Die Symptome der Demenzerkrankung variieren je nach Art der Erkrankung und dem Stadium, in dem sich die betroffene Person befindet, variieren. Im Allgemeinen umfassen das Krankheitsbild der Demenz eine Reihe von kognitiven und psychischen Veränderungen, die die alltägliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigen.

Gedächtnisverlust: Dies ist eines der ersten und auffälligsten Anzeichen einer Demenz. Vor allem das Kurzzeitgedächtnis ist häufig betroffen. Erkrankte haben Schwierigkeiten, sich an aktuelle Ereignisse, Termine oder Gespräche zu erinnern. Menschen mit Demenz können zudem den Überblick über Daten, Jahreszeiten und den Lauf der Zeit verlieren. Sie vergessen oftmals, wie sie an einen bestimmten Ort gekommen sind oder wie sie dorthin zurückkehren.

Kognitive Störungen: Betroffene haben oft Mühe, logische Entscheidungen zu treffen oder Probleme zu lösen. Dazu gehören Probleme mit dem Denken, dem Urteilsvermögen und der Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu bewältigen.

Kommunikationsschwierigkeiten: Betroffenen fällt es schwer, die richtigen Worte zu finden, gesprochene oder geschriebene Sprache zu verstehen und manchmal auch Gespräche zu führen.

Schwierigkeiten, Bilder und räumliche Beziehungen zu verstehen: Bei manchen Menschen kommt es zu Problemen beim Lesen, beim Abschätzen von Entfernungen und beim Erkennen von Farben führen, was sich auch auf das Autofahren auswirken kann.

Verhaltensänderungen/Stimmungsschwankungen:  Häufig kommt es zu Verhaltens- und Persönlichkeitsänderungen wie sozialem Rückzug oder unangemessenem Verhalten. Menschen mit Demenz können leicht verwirrt, misstrauisch, depressiv, ängstlich oder reizbar werden, insbesondere wenn sie sich ausserhalb ihrer Komfortzone befinden. Hinzu gesellen sich Depressionen, Angstzustände, paranoide Gedanken oder Halluzinationen.

Schwierigkeiten bei alltäglichen Verrichtungen: Mit fortschreitender Demenz fällt es den Betroffenen immer schwerer, alltägliche Dinge wie Kochen, Einkaufen oder Körperpflege selbstständig zu erledigen. Bereits Menschen, die an beginnender Demenz leiden, können Mühe haben, ihre monatlichen Rechnungen zu verwalten oder einem Rezept zu folgen.

Motorische Probleme: In späteren Stadien können motorische Probleme auftreten, die sich in Gangunsicherheit, Koordinationsproblemen oder einer allgemeinen Verlangsamung der Bewegungen äussern.

Demenz und ihre Folgen: Mögliche Symptome im Überblick

Stadium

Kognitive Symptome

Emotionale/Verhaltenssymptome

Physische Symptome

Frühstadium

Leichte Gedächtnisstörungen, Schwierigkeiten bei Planung und Organisation, Orientierungsprobleme

Leichte Stimmungsschwankungen, Rückzug aus sozialen Aktivitäten, Veränderungen in Persönlichkeit und Verhalten

Geringe körperliche Beeinträchtigungen, Verlangsamung in Bewegungen und Reaktionen

Mittelstadium

Deutliche Gedächtnislücken, Sprachschwierigkeiten, Schwierigkeiten bei komplexen Aufgaben

Zunehmende Verwirrung und Desorientierung, potenzielle Aggression oder Reizbarkeit, Depression und Angstzustände

Zunehmende Schwierigkeiten bei alltäglichen Aktivitäten, mögliche Inkontinenz

Spätstadium

Schwere Gedächtnisverluste, starke Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen

Möglicher Verlust der Sprachfähigkeit, schwere psychische Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen

Vollständige Abhängigkeit von Pflege, mögliche Immobilität, Schluckbeschwerden

 

 

Diese Tabelle soll als allgemeine Übersicht dienen und kann nicht die individuelle medizinische Beratung ersetzen. Wenden Sie sich für spezifische Diagnosen und Behandlungen an Fachärzte.

Beachten Sie, dass Demenz eine fortschreitende Erkrankung ist. Das bedeutet, dass sich die Symptome mit der Zeit verschlimmern. Früherkennung und eine angemessene medizinische Versorgung tragen oftmals dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und die Angehörigen zu unterstützen.

Vorbeugung und Behandlung von Demenz

Nicht jede Form von Demenz kann durch Prävention verhindert werden. Schliesslich hat jede Demenzform unterschiedliche Ursachen. Dennoch gibt es sinnvolle Möglichkeiten, um das Risiko zu verringern. Forscher betonen zunehmend die Bedeutung von Lebensstilfaktoren wie Ernährung, körperliche Aktivität und geistige Stimulation, die potenziell zur Vorbeugung von Demenz beitragen.

Statistische Analysen zeigen beispielsweise, dass ein Drittel der weltweiten Alzheimer-Erkrankungen auf modifizierbare Risikofaktoren zurückzuführen ist.

Vorbeugende Massnahmen

  1. Gesunder Lebensstil: Eine ausgewogene Ernährung, regelmässige körperliche Aktivität und geistige Anregung sind wichtige Faktoren, um das Risiko einer Demenzerkrankung zu verringern. Eine gesunde Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren ist besonders empfehlenswert.
  2. Vermeidung von Risikofaktoren: Das Demenzrisiko kann durch die Kontrolle von Herz-Kreislauf-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und hohe Cholesterinwerte gesenkt werden.
  3. Geistige Aktivität: Regelmässige geistige Herausforderungen wie Lesen, Rätsel lösen, eine neue Sprache oder ein Instrument lernen, helfen dabei, das Gehirn aktiv und gesund zu halten.
  4. Soziale Interaktion: Enge soziale Kontakte können das Risiko, an Demenz zu erkranken, verringern. Aktivitäten in der Gemeinde, in Vereinen oder im Freundeskreis tragen zur geistigen Anregung bei.
  5. Regelmässige Gesundheitschecks: Ärztliche Untersuchungen zur Kontrolle von Gesundheitsrisiken sind wichtig, um eine Erkrankung möglichst frühzeitig zu erkennen und ihr gegebenenfalls entgegenzuwirken.

Behandlungsmethoden

Für die meisten Demenzformen gibt es derzeit keine Heilung, weshalb sich die Behandlung vorwiegend auf die Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Angehörigen konzentriert. Es stehen Medikamente zur Verfügung, die spezifische Symptome der Alzheimer-Demenz und anderer Demenzformen lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen können.

Neben der medikamentösen Behandlung sind nicht medikamentöse Therapien wie Psychotherapie, kognitive Stimulationstherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie und Ergotherapie von Bedeutung. Sie zielen darauf ab, die Selbstständigkeit der Betroffenen möglichst lange zu erhalten und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Weitere Therapieformen wie Physiotherapie und Logopädie unterstützen die Erkrankten dabei, ihre Mobilität, Alltagskompetenz und Kommunikationsfähigkeit zu verbessern.

Bewältigungsstrategien für Betreuer:innen und Angehörige

hand einer jungen person hält die hand einer alten person.

Die Auswirkungen einer Demenzerkrankung sind vielfältig und oft belastend. Der Umgang mit Demenz im Alltag stellt sowohl für die Betroffenen als auch für die Angehörigen und Betreuenden eine enorme körperliche und emotionale Herausforderung dar.

Pflegende sollten sich daher immer wieder Zeit für die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden nehmen, um ein Burn-out zu vermeiden.

Ebenso ist es wichtig, einen effektiven Umgang mit den Symptomen der Demenz zu erlernen. Dazu gehören Techniken zur Bewältigung von Verhaltensauffälligkeiten, Strategien zur Verbesserung der Kommunikation und Methoden zum Umgang mit Stimmungsschwankungen und Depressionen. Der Austausch mit anderen betreuenden Personen kann besonders hilfreich sein, um Rat und emotionale Unterstützung zu erhalten.

7 praktische Tipps für den Umgang mit Demenz im Alltag

Der Umgang mit Demenz erfordert Geduld, Verständnis und Flexibilität. Jeder Mensch mit Demenz ist einzigartig und hat individuelle Bedürfnisse und Vorlieben. Hier finden Sie einige Tipps, wie Sie den Alltag mit einem Demenzkranken besser bewältigen.

1. Schaffen Sie eine sichere und unterstützende Umgebung

Gestalten Sie das Umfeld so, dass Stürze und Unfälle vermieden werden. Entfernen Sie Teppiche, die sich in Stolperfallen verwandeln, sichern Sie Treppen mit Handläufen und installieren Sie Nachtlichter, um die Orientierung im Dunkeln zu erleichtern. Denken Sie auch an Sicherheitsschlösser an Türen und Schränken, um gefährliche Gegenstände wie Medikamente oder Reinigungsmittel sicher aufzubewahren.

2. Legen Sie Routinen fest

Eine vorhersehbare Routine kann Menschen mit Demenz helfen, sich sicherer und orientierter zu fühlen. Versuchen Sie, alltägliche Aktivitäten wie Mahlzeiten, Baden und Schlafen zu regelmässigen Zeiten durchzuführen. Dies hilft, das Gefühl von Struktur und Normalität zu erhalten.

3. Verwenden Sie klare Kommunikationstechniken

Sprechen Sie langsam, deutlich und in einfachen Sätzen. Vermeiden Sie komplizierte Fragen oder Anweisungen. Nutzen Sie nonverbale Kommunikation wie Blickkontakt und Berührungen, um eine Verbindung herzustellen und Sicherheit zu vermitteln.

4. Bieten Sie aktivierende und beschäftigende Aktivitäten an

Finden Sie Beschäftigungen, die den Interessen und Fähigkeiten der Person entsprechen. Das könnte einfache Gartenarbeit sein, das Anschauen von Fotoalben oder das Hören von Lieblingsmusik. Solche Aktivitäten können das Wohlbefinden steigern und das Gefühl der Teilhabe fördern.

5. Zeigen Sie Einfühlungsvermögen und Verständnis

Menschen mit Demenz wirken oft verwirrt und frustriert, besonders wenn sie Schwierigkeiten haben, sich auszudrücken. Ihre Unterstützung kann ihnen helfen, sich sicherer und weniger ängstlich zu fühlen.

6. Passen Sie sich den Veränderungen an

Mit fortschreitender Demenz ändern sich mitunter die Bedürfnisse und Verhaltensweisen der Betroffenen. Seien Sie bereit, Ihre Betreuungsansätze anzupassen und suchen Sie gegebenenfalls professionelle Beratung für neue Strategien.

7. Nutzen Sie vorhandene Unterstützungsangebote

In vielen Regionen der Schweiz gibt es spezielle Organisationen, die Unterstützung und Beratung für pflegende Angehörige und Betreuende anbieten. Dazu gehören Selbsthilfegruppen sowie Beratungs- und Informationsstellen. Eine solche Organisation ist zum Beispiel alzheimer-schweiz.ch aus der Region Bern oder die Demenzforschung der Stiftung Synapsis in Zürich.

Zukunftsaussichten: Forschung und zukünftige Entwicklungen im Bereich Demenz

alter mann und junge frau lächeln sich an.

Die Demenzforschung ist ein dynamisches und sich ständig weiterentwickelndes Gebiet. Weltweit arbeiten Wissenschaftler intensiv daran, die Mechanismen, die zur Demenz führen, besser zu verstehen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln. Eine der Hauptursachen von Demenz sind schädliche Eiweissablagerungen im Gehirn. Ein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Medikamenten und Therapien, die diese schädlichen Eiweissablagerungen im Gehirn reduzieren und die Hirnfunktion verbessern. Andere Forscher untersuchen die Rolle von Ernährung, körperlicher Aktivität und geistiger Stimulation bei der Vorbeugung von Demenz.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Früherkennung von Demenzerkrankungen. Durch verbesserte Diagnosemethoden wie bildgebende Verfahren und die Identifizierung von Biomarkern hofft man, Demenzerkrankungen früher erkennen und behandeln zu können. Dies könnte nicht nur die Wirksamkeit von Therapien erhöhen, sondern auch neue Möglichkeiten der Prävention eröffnen. Auch die personalisierte Medizin gewinnt an Bedeutung.

Da Demenz verschiedene Ursachen haben kann, ist es wichtig, Behandlungen zu entwickeln, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Krankheitsbilder des Einzelnen zugeschnitten sind. Eine personalisierte Medizin könnte auch dazu beitragen, die Wirksamkeit von Therapien zu erhöhen und neue Möglichkeiten der Prävention zu eröffnen.

Technologische Entwicklungen, einschliesslich der Nutzung künstlicher Intelligenz, tragbarer Geräte und automatisierte Smart-Home-Systeme, bieten interessante neue Möglichkeiten zur Unterstützung von Menschen mit Demenz.

Diese Technologien können helfen, Verhaltensmuster zu überwachen, Sicherheit zu gewährleisten und die Unabhängigkeit der Betroffenen zu fördern.

Überdies widmet sich die Forschung auch den sozialen Aspekten von Demenz. Ziel ist es, die Lebensqualität von Betroffenen und Pflegenden zu verbessern und effektive Unterstützungssysteme zu entwickeln. Ein besseres Verständnis der sozialen Dynamik kann dazu beitragen, Strategien für die Pflege und den Umgang mit Demenz im Alltag zu optimieren.

Häufig gestellte Fragen

Was ist typisch für Menschen mit Demenz?

Typische Anzeichen von Demenz sind Gedächtnisverlust, Schwierigkeiten beim Denken und Problemlösen, Verwirrung über Zeit, Ort und Raum, Schwierigkeiten beim Sprechen und Verstehen sowie Veränderungen des Verhaltens und der Persönlichkeit. Sie können auch Schwierigkeiten bei der Durchführung alltäglicher Aktivitäten haben. Diese Symptome entwickeln sich allmählich und verschlechtern sich im Laufe der Jahre.

Wie ist die Lebenserwartung bei Demenz?

Die Lebenserwartung bei Demenz ist unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z. B. der Art der Demenz, dem Alter zum Zeitpunkt der Diagnose, dem Vorliegen anderer Erkrankungen sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand und der Pflege des Betroffenen. Im Durchschnitt leben Menschen, bei denen eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert wird, etwa 8–10 Jahre, obwohl einige Menschen auch länger leben können. Es ist wichtig zu betonen, dass jede Person und jede Situation einzigartig ist.

Wie entsteht Demenz, einfach erklärt?

Demenz entsteht durch Schädigungen der Gehirnzellen, die die normale Funktion des Gehirns beeinträchtigen. Diese Schädigung kann durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, darunter neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Durchblutungsstörungen im Gehirn (wie bei vaskulärer Demenz) oder andere Faktoren wie Hirnverletzungen oder bestimmte Krankheiten. Im Laufe der Zeit führt die Schädigung der Gehirnzellen zu einer Abnahme der kognitiven Fähigkeiten, was die Symptome einer Demenz hervorruft.

Fazit

In diesem Ratgeber haben wir die verschiedenen Aspekte der Demenz beleuchtet, von der Definition und den Symptomen über die Behandlung hin zum täglichen Umgang mit der Krankheit und ihren sozialen und emotionalen Auswirkungen.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz erfordert ein tiefes Verständnis und Einfühlungsvermögen für die vielschichtigen Herausforderungen, mit denen Betroffene und ihre Angehörigen konfrontiert sind.

Demenz ist eine komplexe Erkrankung, die durch verschiedene Formen und Ursachen gekennzeichnet ist, was ihre Diagnose und Behandlung zu einer anspruchsvollen Aufgabe macht

Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, dass jeder Mensch mit Demenz seine eigenen Bedürfnisse und Erfahrungen hat. Der Umgang mit dieser Herausforderung erfordert Geduld, Verständnis und Flexibilität. Die Unterstützung durch professionelle Dienste, Gemeinschaftsressourcen und Selbsthilfegruppen kann für die Betroffenen und ihre Angehörigen von unschätzbarem Wert sein.

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Beitrag von

Rainer Perprunner

Geschäftsführer und Ansprechpartner für alle Fragen rund um die 24-Stunden Betreuung. Rainer verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung im Personalmanagement und ist seit 2015 im Bereich der Vermittlung von Betreuungskräften für die Live-in-Betreuung von pflegebedürftigen Menschen, die zu Hause betreut werden möchten, tätig. Als Spezialist in allen Fragen der Vermittlung und Betreuung verfügt er über umfassende Kenntnisse in allen rechtlichen, administrativen und organisatorischen Aspekten der häuslichen Betreuung.

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